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Ça bouge - das neue Französischlehrmittel

Plötzlich war alles anders

Die Hauptversammlung des Diogenes Theater Vereins fand nicht wie üblich in geselligem Beisammensein statt, sondern schriftlich.

«Plötzlich andersch», so heisst der Titel des vierten Buches aus dem neusten Rheintaler Kinder-Schreibwettbewerb 2020/2021 des Diogenes-Theaters. Und plötzlich anders waren auch die letzten Wochen im Diogenes-Theater. Alle Theatervorstellungen, Konzerte sowie Workshops mussten auf Weisungen des BAG ab März 2020 abgesagt werden. Ebenso konnte die Hauptversammlung des Diogenes-Theaters nicht wie üblich mit einem feinen Essen und Unterhaltungsprogramm, mit Berichten von Finanzen, Budget und Jahresbericht sowie geselligem Beisammensein begangen werden. Stattdessen wurde die Hauptversammlung, so wie bei vielen anderen Vereinen schweizweit auch, dieses Jahr schriftlich durchgeführt. Die Unterlagen konnten auf der Homepage des Diogenes Theater Vereins eingesehen werden, Abstimmungsunterlagen wurden zugeschickt und die Stimmabgabe erfolgte schriftlich.

Die schriftliche Stimmabgabe haben 203 der insgesamt 683 Stimmberechtigten genutzt. Das Protokoll der letzten HV, der Jahresbericht des Präsidenten so-wie die Jahresrechnung 2019/20 und das Budget 2020/21 wurden einstimmig mit wenigen Enthaltungen angenommen. Die zur Wiederwahl stehenden Vorstandsmitglieder und Michel Bawidamann als Präsident wurden ohne Gegenstimme mit einigen Enthaltungen für weitere drei Jahre bestätigt, zusätzlich wurde Irene Weder neu als Vorstandsmitglied für das Ressort «Diogenes Aktiv» gewählt. Weiterhin wurde von der Mehrheit der Abstimmenden gewünscht, dass die Hauptversammlung auch in den nächsten Jahren am Mittwoch vor Auffahrt durchgeführt wird.

Das Vereinsjahr des Diogenes-Theaters war geprägt durch vier Eigenproduktionen, durch Gastspiele mit jungen Talenten und Profis sowie einheimischen Künstlern, mit speziellen Aufführungen für Kinder und Jugendliche des Rheintals sowie Workshops für Jung und Ältere. Trotz des Lockdown im März kamen die Zuschauerzahlen nah an die Zahlen vom Vorjahr heran.

Wie schon anfangs erwähnt, erschien vor einigen Wochen das vierte Kinderbuch des Diogenes-Theaters mit 60 Geschichten von Kindern aus dem St. Galler Rheintal. Die digitale Lesung kann auf der Homepa-ge des Diogenes-Theaters angeschaut werden.

Mit dem Hammerschlag am 2. September 2019 begann der Um- und Ausbau des Prestegg-Gebäudes. Zurzeit steht die Realisierung der ersten Etappe an. Im September 2021 soll das Haus für Geschichte und Kultur eröffnet werden.

Das neue Programm des Diogenes-Theaters kann auf der Homepage www.diogenes-theater.ch eingesehen, auch Tickets können bereits über die Homepage oder in der Sternen-Apotheke reserviert und gekauft werden. Es ist geplant, am Samstag, 27. Juni, vier verhinderte Kunstschaffende auf die Bühne des «Sonnen»-Saals in Altstätten zu bringen.

Die Montagsmaler // Das goldene Kochbuch

Neun an der Zahl, zwischen 7 und 10 Jahre alt, sie malen sich jeden Montag Geschichten aus - ja das sind die Montagsmaler des Diogenes Theaters! An 15 Montagen dachten sie sich ihre Traumrolle aus, fügten eine Geschichte hinzu, mischten alles zu einem Drehbuch und fertig ist ihr Rezept für das goldene Kochbuch. Jedes Kind spielte mehrere Rollen, die es sich zu spielen gewünscht hatte. Aus den Ideen wurde eine Geschichte mit einem spannungsgeladenen Beginn und einem Happy End, das eine appetitanregende Wirkung hatte. Schliesslich ging es ja um ein goldnes Kochbuch und dessen Rezepte auch mit Liebe gekocht und gelebt werden wollen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kinder lebten ihre Theaterliebe mit Genuss auf den Bühnenbrettern des Diogenes Theaters.

Migration als Chance für eine bessere Welt

 

ALTSTÄTTEN - Diogenes Theater Das Migrationstheater der 6.Klasse Wiesenau St.Margrethen  ist ein Lehrstück in Sachen Menschlichkeit. Dennoch kommt es leicht und poetisch daher. Es verdient, öfter aufgeführt zu werden.

Die Sechstklässler und Sechstklässlerinnen von Samuel Kunz haben etwas zu sagen, leben sie doch in der Gemeinde im Rheintal, die mit fast 50 Prozent Ausländern am meisten mit der Migrationsfrage tangiert ist.

Seit einem Jahr befasst sich die Klasse mit dem Thema, mit der Suche nach den eigenen Spuren, der eigenen Geschichte. Dies als Beitrag zum Migros-Kulturprozent-Projekt conTAKT-spuren. „Entstanden sind selbstverfasste Texte, die Regisseurin Claudia Rohrhirs zusammengefügt und in einen Rahmen gesetzt hat“, erklärt Schulleiter Michel Bawidamann vor Theaterbeginn.  Obwohl der Begriff „Migration“ für viele negativ besetzt sei, sei daraus ein zuversichtliches und auch lustiges Stück entstanden.

Die Kämpfe der Vergangenheit

Un, deux, trois,..... zählen die Kinder den Countdown. Alphörner erklingen. Ein Mädchen mit umgebundener Küchenschürze erinnert an Migranten vergangener Jahrhunderte: „Die Kelten waren da, die Römer, die Habsburger – und die Appenzeller!“  Der feine Seitenhieb auf das Schweizervolk, das sich manchmal sogar selber fremd ist, sorgt für den ersten Lacher. Dann wirds wieder ernst. „Alle haben gegeneinander gekämpft, alle haben ihre Spuren hinterlassen“, sagt das Mädchen. St.Margrethen, beschreibt sie hoffnungsvoll ihr Dorf, sei aber das Tor zu einer besseren Welt. „Einer, wo man miteinander und nicht gegeneinander lebt.“

Ein Flüchtlingsbub betritt die Bühne, die weitgehend mit einer weissen Bank und einem mit Efeu umwickelten Mikrofonständer auskommt. Er sitzt ab, stellt seinen Koffer ab, sucht im Abfalleimer nach Essbarem. „Manche kommen mit leerem Bauch, aber einem Koffer voller Erinnerungen“, sagt eine Stimme.

 

Stark inszeniert

 Es ist die erste von mehreren Szenen, in der es um Flüchtlinge geht, dem an der Migration nächsten Thema.  Als Kitt der sonst lose zusammengewürfelten Alltagsszenen  tragen diese Szenen die Handschrift der erfahrenen Regisseurin, bilden eine zweite, tiefere Ebene. So lässt Claudia Rohrhirs den Buben stumm agieren, dafür Bilder umso eindringlicher sprechen: Wenn der Bub auf der Bank schläft, von seiner Mutter träumt, nach ihr ins Leere greift, der Nebel sie langsam verschleiert, schwarze Männer, mehr und mehr, auftauchen, alles um ihn herum schwarz wird. Die Stimme sagt: „Wenn die Erinnerung verblasst, dann bist du auf der Flucht.“

Doch Migrant ist nicht gleich Flüchtling. Dies zeigen die Alltagsszenen, in denen die Spielfreude der Kinder zum Ausdruck kommt, die hier als Rapper, Schüler, Arbeiter ihre eigenen Geschichten darstellen. In jeder wird die  Frage nach den Eltern gestellt, und die Antworten sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Und immer wird gleich darauf reagiert: „Oh, schöne Geschichte!“

Dass das nicht alle so,  mit dem wohlwollenden Blick der Kinder sehen, zeigt der Friedenssong, den die Klasse nun anstimmt: Bob Dylans „Blowin in the wind“ in der deutschen Version „Wie viele Strassen“.

 Am Schluss erklingt nochmal das Alphorn. Und das Mädchen mit der Schürze wiederholt, weil man es wohl nicht oft genug sagen kann: „Alles geht besser miteinander statt gegeneinander.“

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